Das ist wahrscheinlich ein Vorzug des späten Instrumentenlernens. Ich habe eine Geige im Keller, bei der sich infolge Überhitzung und Unterkühlung bereits erste Bogenhaare gelöst haben (oder ist das auch bei Geigen eine normale Begleiterscheinung des Alterns?). Sie wurde ca. vor 7 Jahren letztmals gespielt und hat mich über all die Jahre bei allen Umzügen treu begleitet. Eigentlich will ich sie schon lange verkaufen, bis jetzt hatte ich den Mut dazu allerdings nicht, weil ich mir wie eine Verräterin vorkomme.
jetzt kannst du getrost warten, was die nachwelt von der violin’ hält. ich schätze, dass auch geigen mit dem alter haare lassen, aber vielleicht weiss ja jemand rat? mein pfosten wird regelmässig revidiert, das war nicht immer so, deshalb konnte ich ihn günstig kaufen - auch dieses beispiel spricht gegen ein veräussern just jetzt.
Geigenbogen lassen auch mit fleissigem Spiel Haare, Frau Nettel. Sie könnten also durchaus mit Ihrem Bogen plöffen (”Boah, gestern 3 Stunden Bach-Etuden geübt, kuck mal Bogen, eh”).
Meine Geige tendiert hingegen dazu, über die Jahre Saiten zu lassen. Das ist schon eher verräterisch. Dann fällt schliesslich irgendwann der Stimmbalken um und dann kommt man in die Geigenhölle, wo man bis in alle Ewigkeit Schradieck üben muss.
Zum Glück kann man da auf dem Bild den Namen des Herrn noch knapp entziffern. Hab nämlich erst gemeint, dass sei Herr Weibel, der sich auf die Nach-SBB-Ära vorbereitet.
Magenta: Jesses Gott, du erinnerst mich an längst Verdrängtes aus der Kindheit. Schradieck! Er ist es wahrscheinlich, der verhindert hat, dass aus mir die von meiner Mutter so sehnlich erwünschte Geigenvirtuosin wurde. Oder vielleicht war’s auch die zweite Geige im Schülerorchester am Gymi, Johann Christian Bach, da spielte man seitenweise nur 16tel in Tonleitern hinauf und hinunter.
Aber fürs Verkaufen werd ich mir den Tipp merken mit den 3 Stunden Bach-Etüden. Müsste sowieso wiedermal in den Geigenkoffer reinschauen, ich fürchte, unterdessen ist der Stimmbalken auch schon gefallen.
Meine Geige gehörte übrigens früher meiner Tante und hat schon von damals eine lange Estrich-Karriere hinter sich. Ob es so etwas gibt wie Geigenkarma? Meine Nichte ist unterdessen 9 Jahre alt, vielleicht frag ich sie mal.
nein, magenta, er fühlt dem näselnden klang nach - gefällt mir jedenfalls besser, als dem duft nachnäseln. vielleicht hat er aber auch blasen, vom strumpflos in den tretern herumzuhängen. das wäre dann etwas, was wir WIRKLICH gemeinsam hätten blasinstrumente reifen übrigens weniger erfolgreich als die besaiteten. liebe nettel, da fällt mir die lösung ihres dilemmas ein: lassen sie sich das gute stück stehlen, tout simplement (hätte ich wirklich nicht bis senf nr. 8 zu warten brauchen, war aber ganz lutisch, der weg hierher).
Wenn dann nur jemand meine Geige stehlen will!
Es gibt zu diesem Thema einen netten Bratscherwitz: Kommt ein Mann mit einem Bratschenkoffer an den Zoll. Sagt der Zöllner: Was ist hier drin? Aufmachen! Der Mann öffnet, und im Koffer befindet sich ein Maschinengewehr. Der Zöllner atmet auf und sagt: Gott sei Dank, ich dachte schon, es sei eine Bratsche.
Jaaa! Bratschenwitze habe ich schon lange keine mehr gehört - wie schön!
Nun werde ich eine kurze Schweigeminute halten für den besten Bratschenwitz der Welt, den ich leider vergessen habe.
Wünsche frohen Arbeitswochenabschluss, und häben Sie sorg zu Füssen und Musikinstrumenten.
Was haben ein Bratschensolo und das Bettnässen gemeinsam? Beide sind warm, leise und ein bisschen peinlich.
Auch von meiner Seite ein schönes Wochenende - hab den Blick unter den Geigenkastendeckel noch nicht gewagt und muss mal schauen, ob mich die Stimmungslage am Wochenende dazu ermutigt.
14. 03 2006 um 09:06
Das ist wahrscheinlich ein Vorzug des späten Instrumentenlernens. Ich habe eine Geige im Keller, bei der sich infolge Überhitzung und Unterkühlung bereits erste Bogenhaare gelöst haben (oder ist das auch bei Geigen eine normale Begleiterscheinung des Alterns?). Sie wurde ca. vor 7 Jahren letztmals gespielt und hat mich über all die Jahre bei allen Umzügen treu begleitet. Eigentlich will ich sie schon lange verkaufen, bis jetzt hatte ich den Mut dazu allerdings nicht, weil ich mir wie eine Verräterin vorkomme.
14. 03 2006 um 15:01
jetzt kannst du getrost warten, was die nachwelt von der violin’ hält. ich schätze, dass auch geigen mit dem alter haare lassen, aber vielleicht weiss ja jemand rat? mein pfosten wird regelmässig revidiert, das war nicht immer so, deshalb konnte ich ihn günstig kaufen - auch dieses beispiel spricht gegen ein veräussern just jetzt.
14. 03 2006 um 16:44
Geigenbogen lassen auch mit fleissigem Spiel Haare, Frau Nettel. Sie könnten also durchaus mit Ihrem Bogen plöffen (”Boah, gestern 3 Stunden Bach-Etuden geübt, kuck mal Bogen, eh”).
Meine Geige tendiert hingegen dazu, über die Jahre Saiten zu lassen. Das ist schon eher verräterisch. Dann fällt schliesslich irgendwann der Stimmbalken um und dann kommt man in die Geigenhölle, wo man bis in alle Ewigkeit Schradieck üben muss.
15. 03 2006 um 09:10
Zum Glück kann man da auf dem Bild den Namen des Herrn noch knapp entziffern. Hab nämlich erst gemeint, dass sei Herr Weibel, der sich auf die Nach-SBB-Ära vorbereitet.
15. 03 2006 um 09:12
ja, benedikt ist ein schöner name!
15. 03 2006 um 10:26
Magenta: Jesses Gott, du erinnerst mich an längst Verdrängtes aus der Kindheit. Schradieck! Er ist es wahrscheinlich, der verhindert hat, dass aus mir die von meiner Mutter so sehnlich erwünschte Geigenvirtuosin wurde. Oder vielleicht war’s auch die zweite Geige im Schülerorchester am Gymi, Johann Christian Bach, da spielte man seitenweise nur 16tel in Tonleitern hinauf und hinunter.
Aber fürs Verkaufen werd ich mir den Tipp merken mit den 3 Stunden Bach-Etüden. Müsste sowieso wiedermal in den Geigenkoffer reinschauen, ich fürchte, unterdessen ist der Stimmbalken auch schon gefallen.
Meine Geige gehörte übrigens früher meiner Tante und hat schon von damals eine lange Estrich-Karriere hinter sich. Ob es so etwas gibt wie Geigenkarma? Meine Nichte ist unterdessen 9 Jahre alt, vielleicht frag ich sie mal.
15. 03 2006 um 18:46
Irgendwie scheint er schampar Kopfweh zu haben, der Herr Lienhard. Oder denkt er “ou nein, schon wieder vergessen, Socken anzuziehen”
Dem Stimmbalken der Nettelschen Geige drück ich jedenfalls die Daumen! Wär nicht schön und wär wohl auch nicht verkaufsförderlich.
Vielleicht reifen ja Geigen übrigens auch. So wie Emmentaler. Nur riechen sie weniger streng.
Hat Käse Käsekarma?
15. 03 2006 um 22:00
nein, magenta, er fühlt dem näselnden klang nach - gefällt mir jedenfalls besser, als dem duft nachnäseln. vielleicht hat er aber auch blasen, vom strumpflos in den tretern herumzuhängen. das wäre dann etwas, was wir WIRKLICH gemeinsam hätten
blasinstrumente reifen übrigens weniger erfolgreich als die besaiteten. liebe nettel, da fällt mir die lösung ihres dilemmas ein: lassen sie sich das gute stück stehlen, tout simplement (hätte ich wirklich nicht bis senf nr. 8 zu warten brauchen, war aber ganz lutisch, der weg hierher).
16. 03 2006 um 10:46
Wenn dann nur jemand meine Geige stehlen will!
Es gibt zu diesem Thema einen netten Bratscherwitz: Kommt ein Mann mit einem Bratschenkoffer an den Zoll. Sagt der Zöllner: Was ist hier drin? Aufmachen! Der Mann öffnet, und im Koffer befindet sich ein Maschinengewehr. Der Zöllner atmet auf und sagt: Gott sei Dank, ich dachte schon, es sei eine Bratsche.
So geht das!
17. 03 2006 um 08:35
Jaaa! Bratschenwitze habe ich schon lange keine mehr gehört - wie schön!
Nun werde ich eine kurze Schweigeminute halten für den besten Bratschenwitz der Welt, den ich leider vergessen habe.
Wünsche frohen Arbeitswochenabschluss, und häben Sie sorg zu Füssen und Musikinstrumenten.
17. 03 2006 um 09:56
Ein Bratschenwitz für Mütter:
Was haben ein Bratschensolo und das Bettnässen gemeinsam? Beide sind warm, leise und ein bisschen peinlich.
Auch von meiner Seite ein schönes Wochenende - hab den Blick unter den Geigenkastendeckel noch nicht gewagt und muss mal schauen, ob mich die Stimmungslage am Wochenende dazu ermutigt.