18. 05 2006
der blick aus unserem küchenfenster bietet eigentlich fast allen etwas: nette häuser im hintergrund, die eisenbahnbrücke (für die kleinen) noch weiter hinten, im vordergrund ein kleiner park mit drei schmucken linden, ein paar sitzgelegenheiten und einer unterlage, die zum boulespielen einlädt.
heute, zu bester sendezeit – also während ich mit meiner brut zu abend speiste – geschah etwas, was meine frühjahrspädagogik für dreieinhalbjährige unverschämt unterspülte (sic!).
ein herr mit gut sichtbarem bauchansatz, ca. 45-jährig, fönfrisur und im dunkeln anzug tritt von links ins bild. ich denke, aha, sandwichpapier in den müll werfen. denke ich! pfft: packt aus uns brunzt vor versammelter gemeinde in den buchenhaag direkt neben den rotgelb geflammten kübel (wenigstens nicht hinein denken sie jetzt, oder es regnet ja eh in einem fort, usw.).
ich nicht! ich wohne nämlich da, darum öffne ich das fenster und rufe grüsu – sie erinnern sich, dass ich mit meiner brut zu tische sitze, daher die einigermassen gesittete wortwahl. der herr verrichtet scheinbar ruhig fertig und schlendert dann (möglicherweise pfeifend) von dannen und lässt seinen blick arglos über die fenster unserer häuserreihe flanieren. diese geste konnte ich nur wild winkend quittieren. ich musste eine weile winken, bis er mich hinter dem längst wieder geschlossenen fenster sah (das wetter haben wir ja oben schon besprochen).
und was hat das mit frühjahrspädagogik zu tun? wir üben halt grad, dass mann nicht an allen möglichen und unmöglichen orten im garten und auf spiel- und anderen plätzen markieren soll. und noch etwas (hanses be warned!) ich glaube nicht an die mähr von klein hänschen und hans und werde auch in zukunft nachbars katzen mit kies und die freier der anderen nachbarinnen mit verwünschungen bewerfen, wenn sie sich vor meinen augen entblöden.
18. 05 2006 um 23:04
Frau Lizamazo, Sie sind meine Heldin!
Vor wenigen Wochen bot sich mir nämlich dasselbe Spektakel von meinem Bürofenster aus. Ich wollte auch schon das Fenster aufreissen und lauthals spotten – da hielten mich meine gute (?) Erziehung, meine political-correctness und anderweitig fehlgeleitete Hemmungen zurück; was, wenn der Typ irgendwie behindert ist, der arme Kerl? Oder grad an einer furchtbar schmerzhaften Blasenentzündung oder an einer Blasenschwäche leidet?
Und während ich noch mit meinen Zweifeln haderte, zippte sich der nun offensichtlich gesunde und putzmuntere Herr wieder zu und spazierte vergnügt von dannen – vielleicht sogar (Ironie des Schicksals), um wenige Wochen später bei Ihnen im Quartier als Wiederholungstäter aufzutauchen.
In diesem Falle möchte ich mich für meine Unterlassung entschuldigen und Ihnen für die Wiedergutmachung danken.
Gute Nacht!
21. 05 2006 um 19:46
Es gibt abgefeimte Grüsel, die auch noch frech herausheuschen. Hab mal einem Derartigen vom Balkon aus zu verstehen gegeben, dass unser kleines, umhecktes Vorplätzlein durchaus nicht als Allmendabfallgrube gedacht sei, worauf dieser mich mit Ausdrücken bedachte, die nicht geeignet sind, hier wiedergegeben zu werden.
21. 05 2006 um 22:59
wie war das noch bei max liebermann: ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.
22. 05 2006 um 09:51
So und nicht anders war das bei Max Liebermann. Bei mir bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob ichs nicht doch schaffen würde…
22. 05 2006 um 09:57
rofl!
22. 05 2006 um 10:05
Verzeihung, da hat der Hunger aus mir gesprochen, Bürogschpändlis Bauch und meiner liefern sich grad einen Wettkampf, wer lauter knurren kann. Ich führe
22. 05 2006 um 10:08
hopp xirah! *oropaxmontier*
22. 05 2006 um 10:09
Warten Sie numen, wenn ich am Mittag unterm dem Westflügel durchgehen, werden die Fenster erzittern!
27. 11 2006 um 11:16
lool…