25. 08 2006
… die entscheidungskämpfe des fussballturniers, das die österreichische Auswahl gewann, wurden von 65 000 zuschauern im neuen praterstadion verfolgt. die schweizer auswahl war den nachmaligen siegern bereits in der vorrunde mit 1 : 8 unterlegen. das schrieb c. k., wo sage ich später. zunächst soviel: er arbeitet nicht für iprognos, und ebensowenig ist er hellseher.

22. 08 2006
beschäftigt mich gegenwärtig, wie bereits weiter unten beklagt. am vergangenen wochenende waren wir auf einer rauschenden hochzeit in gediegenem rahmen. dabei gab im vorfeld allein der versuch, die etikette zu befolgen, schon ziemlich zu tun. das fest war allerdings viel entspannter, als ich es mir ausgemalt hatte.
die noch bevorstehende vermählung wird zwar auch gediegen, aber bestimmt weniger verkrampft, dafür habe ich mir “das” mit dem krimi-koch-ess-quiz auferlegt. drei habe ich im kasten, zwei weitere werden noch folgen.
heute habe ich folgenden text “präpariert” – es ist wohl der einfachste der fünf. wer hats zuerst?
»Just a moment«, sagte Dr. h. c. I. K. und ließ den Chauffeur Franz vor dem Du Theatre anhalten, stieg aus, wies ihn an, eine Minute zu warten, deutete noch mit dem Schirmstock mechanisch auf die Fassade »eighteenth century«, doch reagierte Minister B. überhaupt nicht, döste weiter, träumte weiter. Der Kantonsrat begab sich ins Restaurant, gelangte durch die Drehtüre in den großen Speisesaal, wo ihn der Chef de Service ehrfürchtig begrüßte. Es ging gegen sieben, die Tische waren schon vollbesetzt, man saß beim Abendessen, ein Stimmengewirr, Schmatzen, Besteckgeklimper. Der Alt- Kantonsrat schaute sich um, schritt dann gegen die Mitte des Speisesaales, wo an einem kleinen Tisch Professor Winter saß, mit einem Tournedos Rossini und einer Flasche Chambertin beschäftigt, zog einen Revolver hervor und schoss das Mitglied des PENClubs nieder, nicht ohne vorher freundlich gegrüßt zu haben (überhaupt spielte sich alles aufs würdigste ab), ging dann gelassen am erstarrten Chef de Service, der ihn wortlos anglotzte, und an verwirrten, zu Tode erschrockenen Kellnerinnen vorbei durch die Drehtüre in den sanften Märzabend hinaus, stieg wieder in den Rolls- Royce, setzte sich zum dösenden Minister, der nichts bemerkt hatte, dem nicht einmal das Anhalten des Wagens zum Bewusstsein gekommen war, der, wie gesagt, vor sich hin döste, vor sich hin träumte, sei es von Whisky, sei es von Politik (die Suezkrise schwemmte dann auch ihn weg), sei es von einer bestimmten Ahnung hinsichtlich der Magengeschwüre (vorige Woche stand sein Tod in den Zeitungen, nur kurz kommentiert, und die meisten gaben seinen Namen orthographisch nicht ganz gewissenhaft wieder). »Zum Flughafen, Franz«, befahl Dr. h. c. I. K..
Das Intermezzo seiner Verhaftung: es kann nicht ohne Schadenfreude erzählt werden. Einige Tische vom Ermordeten entfernt tafelte der Kommandant unserer Kantonspolizei mit seinem alten Freund Mock, der, ein Bildhauer, taub und in sich versunken, vom ganzen Vorgang auch später nicht das geringste wahrnahm. Die beiden aßen einen Potaufeu, Mock zufrieden, der Kommandant, der das Du Theatre nicht mochte und es nur selten besuchte, mürrisch. Nichts war nach seinem Geschmack: die Fleischbrühe zu kalt, das Siedfleisch zu zäh, die Preiselbeeren zu süß. Als der Schuss fiel, sah der Kommandant nicht auf, das ist möglich, so wird es jedenfalls erzählt, denn er war gerade dabei, das Mark kunstgerecht aus einem Knochen zu saugen, dann erhob er sich aber doch, stieß dabei sogar einen Stuhl um, den er jedoch als ein Mann der Ordnung wieder auf die Beine stellte. Bei Winter angekommen, lag dieser schon auf dem Tournedos Rossini, die Hand noch um das Glas mit dem Chambertin geschlossen.
»Ist das vorhin nicht der K. gewesen? « fragte der Kommandant den noch hilflosen Geschäftsführer, der ihn verstört und bleich anglotzte.
»Jawohl. In der Tat«, murmelte der.
Der Kommandant betrachtete den ermordeten Germanisten nachdenklich, schaute dann finster auf die Platte mit der Rösti und den Bohnen nieder, ließ seinen Blick über die Schüssel mit dem zarten Salat, den Tomaten und Radieschen gleiten.
»Da kann man nichts mehr machen«, sagte er.
»Jawohl. In der Tat.«
Die Gäste, erst wie gebannt, waren aufgesprungen. Hinter der Theke starrten der Koch und das Küchenpersonal herüber. Nur Mock aß ruhig weiter. Ein hagerer Mann drängte sich vor.
»Ich bin Arzt. «
»Rühren Sie ihn nicht an«, befahl der Kommandant ruhig, »wir müssen ihn zuerst mal fotografieren. «
Der Arzt beugte sich zum Professor, befolgte jedoch den Befehl. »Tatsächlich«, stellte er dann fest. »Tot.«
»Eben«, antwortete der Kommandant ruhig. »Gehen Sie zurück an Ihren Tisch. « Dann nahm er die Flasche Chambertin vom Tisch. »Die ist requiriert«, sagte er und reichte sie dem Geschäftsführer.
11. 08 2006
gibt es im weltweiten netz eine nette person, die den wunderbaren krimer “pasado perfecto” gelesen hat (zu deutsch: Ein perfektes Leben. 2005, Unionsverlag, ISBN 3-293-20344-2)?
ich bin dabei, ein hochzeitsgeschenk/wettbewerb aus lauter ess- und/oder kochszenen aus kriminalromanen zu schustern und davon hats in besagtem bändlein ein, zwei nette. die beiden hübschen können aber nicht spanisch … da sie aber über die jahre all die stellen suchen sollen (wenn sie den preis möchten), sollte ich nicht selber übersetzen – zudem habe ich ja auch keinen neuen duden und mithin gar keine lizenz zum schreiben mehr.
würde sogar so weit gehen, das buch auf deutsch jemandem zu schenken, der/die dann
a) artig bestätigen würde, dass es toll ist
und es mir
b) vorher kurz zum herausschreiben des entsprechenden textes überlassen würde.
7. 08 2006
das eine und das andere liegen bekanntlich nah beieinander. ich fühle mich irgendwie verpflichtet, ein wort dem regisseur daniel schmid nachzurufen, obschon ich als 100% peoplebanausin nicht gewusst hätte, dass und welche filme er gemacht hat.
von ihm habe ich aber zwei recht angenehme dinge fürs leben gelernt und komme nun zu spät, um es ihm persönlich zu beichten.
1. oliven essen: im film beresina wurde im bundesratsbunker doziert, man müsse mindestens drei appenzeller kräuterschnäpse in serie trinken, dann würde es plötzlich schmecken, und das sei wie bei den oliven. ob es bei den schnäpsen funktioniert, konnte ich nicht prüfen, da schon damals eher trinkfest. bei den oliven aber…
2. bier trinken: anfangs wm wurde meinem graber das gejammer über meine bierisches dilemma zu viel (ich jammerte stets, dass doch alle zeichen (wie vorlieben für bittere UND malzige dinge UND alkohol) darauf hindeuteten, dass ich bier geradezu saufen müsste. trotzdem fand ich es immer wieder gruusig). er erinnerte mich deshalb an den oliventrick und tatsächlich: die ersten drei (appenzeller!) bierli waren streng, aber inzwischen bin ich bei 9 und es schreckt mich fast nichts mehr.
2. 08 2006
heute zum 1. mal bestaunt: die patriotin emilia norina.
winzig, federleicht, börenhungrig und mit beachtlichem stimmvolumen (neid
willkommen in der wurmbüchse!

und das musste natürlich die grosse schwester kriegen – gerechtigkeit muss sein