December 2006


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gestern zufrieden zu viert gefeiert. einer ist zwischen den schienen der briobahn eingeschlafen, einer hat ganz allein lieder gesungen (die andere war heiser und die jungen schliefen bereits), einer hat ein boot geschenkt bekommen und es stolz für die nacht an der balkontür vertäut, heute fährt es über den titicacasee. das essen war gut, der wein und die laune auch, bis zum schluss. eigentlich nicht erwähnenswert, soweit.

schauen sie doch sonst bei frau zorra, wie es anderen unter dem baum erging.
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stund im betreff des mails und, nun ja liebe bloggerschaft, tun sie es sich nicht an, falls sie saisongerecht heute etwas sentimental aufgelegt sein sollten.

gehen sie stattdessen ins kino und sehen sie sich den film “la planète blanche” an. larses.jpg

seit einigen wochen fragt mich die berner kantonalbank auf dem weg zur arbeit unerbittlich folgendes: wo sehen sie sich in 20 jahren? die frage ist auf einen spiegel geschrieben und darunter könnte man natürlich sein spiegelbild ansehen - was denn sonst… bis heute habe ich mich eben nicht getraut, weil ich nicht sicher war, ob mir da nicht am ende eine bekannt anmutende mittfünfzigerin entgegenblicken würde. dazu habe ich nämlich gegenwärtig den nerv nicht ;-)
aber meine aufgeweckte bekanntschaft wird unschwer sehen, dass - entgegen gegenwärtig andersartigen strömungen - auch in 20 jahren noch weihnachten gefeiert werden wird.

nehmen sies also auch heuer gelassen, tun sie das mögliche und weniger das nötige. essen sie, trinken sie, ohne reu’ und freuen sie sich über die tatsache, dass ab heute die tage wieder länger werden.
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ob nachbars wohl eine bodenheizung im stallweg eingebaut haben?!

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ja, es ist schon wieder meine unsägliche handykamera…

am gestrigen tag der menschenrechte starb in santiago de chile augusto pinochet.

heute war magglingertag-journée de macolin. etwas spät bin ich dort eingetroffen, weil ich glaubte, der anlass finde im gebäude statt, das am nächsten beim funi steht. das gegenteil war der fall. die sport toto-halle! vom funi durch den finsteren wald. beinah hätte ich auf dem weg dorthin noch erste schneeflocken erleben dürfen.

zum zielpublikum gehörte ich irgendwie nicht, obschon persönlich eingeladen im auftrag des berner bundesrates. es wurde hemdsärmlig geredet. verdiente verbandsfunktionäre wurden mit kernigen sprüchen in den ruhestand entlassen. die bedeutung für gesundheit, integration, gesellschaft und wirtschaft wurde wiederholt beschworen. auch vor deplazierten wortspielen wurde nicht gebremst sondern kühn zum beidfüssigen “satz” in den fettnapf angehoben. so durften wir hören, dass dem sportdirektor sport so sehr am herzen liegt, dass er ihn am liebsten pränatal bis postmortal betrieben haben will.

und wenn wir schon am mäkeln sind: weshalb sitzen dort fast ausschlieslich männliche üfüs?

in der pause haben die ruhmreichen eidgenössischen kunstturner etwas kunst geturnt. zum einwärmen so eine übung, die aussah, wie delfinschwimmen, aber an land. zum brüllen das!

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um himmels willen, aus dieser perspektive hätte ich das bis jetzt nicht angesehen - naiv halt…

Benu, Sonjas Abgeblätterter

kurz frottiert, im Bund von heute von Renate Bühler

Natürlich war sein Maxi damals besser frisiert als er selber. Benu liebte seine Maschine, polierte seinen silbergrauen Stolz täglich, verzierte den Hochlenker mit eigens vergoldeten Nuggis und ergänzte die Pracht mit wilden «Hells Angels»- Klebern. Die Sonja liebte er übrigens auch, der Benu, die trug nämlich eine Dauerwelle, eine Zahnspange und einen breiten Nietengürtel. Und wenn sie miteinander abmachten, vor der Milchhandlung meistens, wenn sie dann so dastand und ihn anlächelte, und wenn er nicht so genau wusste, wie er ihr sagen sollte, dass sie ihm gefällt, dann gab er mit der rechten Hand Schub, stemmte die Füsse gegen den Boden und liess seine Maschine das Pony machen. Dann wusste die Sonja Bescheid.

Sie haben dann später geheiratet und im Dorf ein hübsches Häuschen mit einem grossen Garten gekauft. Samstags werkeln die beiden gerne im Garten. Sonja jätet die Gemüsebeete, und Benu mäht den Rasen. Eigentlich hätte er ja gerne einen Minitraktor, doch Sonja ist dagegen: Für so etwas sei der Garten viel zu klein, sagt sie, und sie hat ja Recht.
Sonja trägt ihr Haar mittlerweile kurz, das ist praktischer. Und der Benu fährt einen Vierlivier, wintersicher. Am Wochenende machen sie manchmal mit klein Kevin, Jessica – schon eine Zweitklässlerin, wie doch die Zeit vergeht! – und Labrador Robin eine Spritztour irgendwo an die Aare. Kinder und Hund müssen doch austoben können.
Wenn sie dann so im Herbstwind steht, die Sonja, schaut der Benu seine Frau manchmal von der Seite an und denkt, dass sie ihm eigentlich immer noch so gut gefällt wie damals vor der Milchhandlung. Dann pfeift er den Hund zu sich und streichelt ihm durchs Fell. Wenn Kinder und Robin schlafen, schauen Benu und Sonja gerne fern. Zum Abschalten.
Letzten Oktober hat der Benu nun doch zugeschlagen. Seither ist er voll dabei: Fällt ein Blatt auf den Rasen, schultert er seinen Laubbläser und schafft Remedur. Bis tief in den Dezember hinein ist er mit seiner Maschine beschäftigt. Und wenn die Sonja aus dem Küchenfenster schaut, gibt Benu ganz besonders Gas mit seinem Gebläse. Dann lächelt die Sonja – sie weiss wieder Bescheid. Wie seinerzeit.