junge menschen sind die, welche mehr freude an der zukunft haben als an der vergangenheit*. mit so einer habe ich gestern gespeist und ihr wohl zwischen zwei gabeln vom vorabend erzählt. geblieben ist davon die bitte, man möge dem wort “nächti” anstelle von geschterabe wieder seinen angemessenen platz einräumen. und wenn wir grad da sind bitte auch “färn” (für letschtjahr). wie wir darauf kamen? und weshalb ausgerechnet die angeblich junge danach fragt?

vornächti (auch das gibts) wurde ich in einem theaterfoyer zeugin und mitspielerin eines pössleins, in dem ein berner chansonier, seine begleitung und eine bardame wichtige rollen spielten. er erwarb etwas für zwei franken und verwickelte die bedienung in überlegungen zur korrekten verwendung von zwee, zwo und zwöi, und dass das sowieso niemand mehr könne. das zwöi hatte er dann aber sogleich selber am rücken, weil mazo und ich “es” auch können und damit an der bar fünf personen von total fünf. immerhin waren wir uns doch einig, dass uns jede falschverwendung, zwee froue, zum beispiel irgendwie irritiert. den chansonier im negativen, mich im eher gleichgültig-beobachtenden sinn. bleiben wir diplomatisch: ich beobachte mit interesse, wie menschen reden lernen und mit sprachen spielen. dass ich sprachen studiert habe, aber nicht lehrerin werden mochte, möge den rest erklären.

* Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft. (John Knittel)