Oktober 2008


tun mazo und karlimaz das da:

möglich, dass heute über dem nebel die sonne scheint. mazo wird es mir sagen, weil er heute noch einmal auf die m-egg fährt (nach dem essen…). mich interessiert es nicht gross und ich bin wild entschlossen, heute als herausragendste kühnheit ein feuerchen zu entfachen. entweder lassen sich die büblein zu einer tour an den fluss motivieren oder ich zeusle im stubenofen.

weiter habe ich mir einen privaten eintrag in diesem tagebuchprogramm vorgenommen, um all’ jenen nachzuleben, die mit schöner reglemässigkeit an ihren nachwuchs in klein zurückdenken und finden, man hätte schon viel mehr aufschreiben sollen. andererseits ist ja z. t. das, was ich hier öffentlich notiere hart an oder jenseits der schmerzgrenze, gäuit. deshalb entdecke ich für mich dieses kästlein rechts: keep this post private.

hach, am liebsten würde ich das alles im morgenmantel erledigen.

nachtrag: erstens ist bald nach dieser ersten episode der nebel gewichen und zweitens haben wir uns noch etwas die welt angeschaut:

Pilzsitz für Macito

Pilzsitz für Macito

Mein Handy, der Tausendsassa

Mein Handy, der Tausendsassa

aber bitte nur noch selbst versorgend! die beiz ist (wie leider so viele an privilegierten aussichtspunkten) eine zumutung. für die nerven, fürs budget und auch für die kinder und damit wieder für die nerven,…

herr mazo wollte mit seinem fluggerät spielen und hatte für den notfall ein sandwich. macito, macitico und ich wollten in besagter beiz etwas essen. zunächst war es dem service zu viel, menukarten zu bringen. dann gingen unser nachbartisch und ich dazu über, uns die blaue liste selber beim buffet zu holen, was den kellner im hui dazu bewegte, uns diese wieder wegzureissen und wortlos durch gelbe (karten – merke erst jetzt den immanenten humor!) zu ersetzen. darin war dann alles ausschliesslich mit pommes. in der blauen gabs auch futter mit nüdeli oder kinderdinge. zwar wäre auch das eine diskussion mit macitico wert gewesen, da dieser sich hörnli in den kopf gesetzt hatte, aber äbe. irgendwie bekamen wir etwas zu trinken sowie einen gemüse- und einen pommesteller. schlimm wars nicht einmal und in emmentalischer üppigkeit. wenn wir wie normale leute in einer bedienten wirtschaft hätten zahlen wollen, wären wir noch nicht zuhause. habe deshalb wild entschlossen die kinder an der hand den weg ans buffet gewagt und erfolgreich bezahlt, nicht ohne mich genötigt zu fühlen, zu fragen, ob er uns wirklich vier kaffee gebracht habe (stand so auf der rechnung). nein aber der rest stimmt. ausrechnen wollte er zuerst nicht können. erst als ich offensichtlich konnte und zwar ohne aufrundung, quälte er sich zum gleichen resultat. die am nachbartisch rechneten selber aus, was sie ca. verputzt hatten und legten es auf den tisch – ich schätze, mit denen hat dieser freund einen schlechten gemacht.

aber die fliegerei war lustig und offenbar habe ich keine gravierenderen probleme, als auf aussichtspunkte selber etwas zum futtern mitzubringen, hm.

letzte woche war ich mit t. in rom. das hat er als ziel für unsere “konfreise” gewählt. würde jederzeit wieder gehen und wenn es nach macito geht schon bald; der ist beleidigt, dass ich nur mit dem gottenbub gefahren bin…

wir haben gesehen, was man so schaut, steinhaufen, pittoreskes, die metro a und b, den vatikan usw. usf.

am sonntag fuhr t. in eine andere gegend italiens zu seiner inzwischen dort eingetroffenen familie und ich fuhr nachhause. ich habe ja auch so ein ämpedrü-gerät und dazu konnte ich endlich mal kapuscinski-reportagen lesen. neben mir sass eine italienerin, die einen text (seminararbeit oder so) korrigierte. etwa in bologna war das gerät bei einem stück von queen marys beerdigung, das mir besonders gefällt. deshalb drehte ich lauter und merkte gleich, was geübte gerätleinnutzerinnen sowieso wissen – man hörts von draussen… die dame spendierte zu ihrem seitenblick ein schmunzeln und mir wars peinlich; schliesslich kann ich nicht mehr auf nachsicht wegen jugendlicher rebellion zählen, jedoch auch nicht tun, als ob zugeben dass ich die technik nicht unter kontrolle hätte. item, danach war die musik ohnehin zu ende und ich legte den apparat weg. bald darauf fragte es von links, ob ich deutsche sei (auf italienisch, ausnahmsweise – in rom könnens nur englisch mit blonden). ich erklärte, dass nein und dass ich den text trotzdem auf deutsch fast am besten verstehe. sie habe grad in diesem papier eben auch von kriegsberichterstattung gelesen, die arbeit handle von feministischen dingen und ob ich [ah, da] die autorin auch kenne. wieder einmal ärgere ich mich, dass ich nicht mehr über die grenzen lese, merke mir aber mindestens den namen. sie lässt es nicht dabei bewenden und erklärt weiter, wie die frau emcke scheints nur noch mittels briefen an familie und freunde habe schreiben können, was um sie herum vorgeht. das kommt hier bei kapuscinski auch, sagte ich und was tun die, wenn ihre arbeitgeber artikel verlangen? die signora wusste es auch nicht. sie müsse übrigens nach como, eine tante sei überraschend gestorben, der zug fahre 18.25. ach, meiner auch – aber obschon beide nach basel zielen, fuhr ich am ende via brig spiez und ihrer bellinzona etc.

am mailand hatte ich zwei dreierteams wyberreisen, die einen um die 70, lösten kreuzworträtsel (widerspruch mit 4 buchstaben, us-bundesstaat mit ebenfalls vier, tropische küstenpflanze mit m). die anderen, um die 45 haben kinder, die ausziehen (oder doch nicht), lassen sich scheiden, essen zuviele m&m und werden plötzlich sehr still (wir sind im cisalpino…).

aber diese frau emcke interessiert mich jetzt wirklich.