September 2010


willst du fehr oder sommaruga? häufige frage und ich meine, es adelt mich ein wenig, dass mich keineR fragte, ob schneider-ammann oder keller-sutter. aber meine grösste sorge gilt dem verwaisenden ständeratssitz! stöckli ins stöckli? wohl kaum.

wieso wollen all die guten leute in dieses depperte gremium, in dem sie collectiviter der welt vorzeigen müssen, dass wir angeblich unterbelichtet sind (libyen, ubs, kneubühl – äh, ich schweife ab).

item, ich gönne es ihr, ehrlich, und sie tut mir leid, so ist es. es ist nämlich überhaupt nicht toll, bundesrätin zu sein. ständig liest man da fremde texte vor und selten sind sie so lustig!

dann wird man unentwegt angehustet, weshalb ich frau bundesrätin leuthard schon lange nicht mehr unerkältet getroffen habe, dann isst man ständig zu viel und hat keine zeit für garten, sport und klavier und kann sich wohl schon “von” schreiben, wenn man die manuskripte des partners auf die reihe kriegt. das ist jetzt eben das opfer fürs vaterland.

anderen frauen geht es ja nicht besser wenn sie beispielsweise kinder kriegen (100mal findus vorlesen, jede erkältung der brut mitmachen, jedes znüni derselbigen mitessen, anstatt hometrainer powernap mit dem säugling, musik eher weniger, die nachkommenschaft lärmt schon genug).

und schneider-ammanns wahl freut unsere freunde von der soupe bestimmt, so obertoll wie der sich als vorlage anbietet! ich war am kartoffeln schälen, als er seine antrittsrede hielt und hätte mich beinah in den finger gehobelt.

am gürbetaler bahnhof x wollte ich gestern nach der orchesterprobe einen schokoriegel in den hohlen bauch passen.

der automat hatte dafür 1 CHF verlangt, was mich sehr christlich dünkte. nach 1 franken schlug er jedoch vor, den saldo zu prüfen und blinkte mir 1.50 vor, was ich breitwillig ergänzte. die entsprechende spirale setzte sich in bewegung, aber der riegel blieb am abgrund stehen – und eins sei hier deutlich vermerkt: nicht alles war früher besser, z.b. die automaten sind heute viel, viel solider! item, ärgerlich da sowieso ausgehüngert beschloss ich, zu gambeln. begann also, der slotmachine ein zwänzgi zu geben. prompt antwortete sie “andere wahl”. mir wurde es zu blöd und ich konterte mit der rückgeldtaste. damit hatte sie offenbar nicht gerechnet und meldete schon fast wieder hündisch “ihr guthaben 2.70″ und liess selbiges fallen. verdutzt machte ich einen erneuten versuch und 1.50 später fischte ich seelenruhig zwei riegel aus dem kühlen schacht.

rechne:

1.70

gefüttert,

-2.70

retour

= -1.00

zwischenresultat, dann

1.50

gefüttert

= 2 riegel

=> 1 riegel = 25 rappen

= 1/10 der deliktsumme.