Gehört


macitico brichtet ja gern und ausgiebig. ohne unser gutes (bisweilen auch entnervtes) zureden würde er ohne weiteres bis halbzehn frühstücken, bzw. referieren, ohne zu essen. item, heute beglückte er mich auf nüchternen magen mit folgenden fragen:

m: weiss dr gott alles?

l: äuä scho…

m: ischr de e maschine?

l: ender nid…

m: was ischrde?

l: *schluck* villich energie? e guete geischt?

m: wi xehtr us?

l: das wüssemir nid.

das räderwerk ratterte sichtbar weiter - mache mich wohl besser auf weitere fragen gefasst. woher der anstoss kommt, ist mir übrigens rätselhaft - villich dr gott ;-)

gestern und heute durfte ich an einer interessanten veranstaltung an einem gefährlichen ort teilnehmen.

eine referentin hat dabei eine zukunftsweisende episode erzählt, die ich auf keinen fall verlieren möchte und überdies gern teile - ergo hier aufbewahre.

sie erzählte, ein verwandter habe sich in schweden um eine stelle beworben. im verlauf des vorstellungsgespäches wurde er auf seine beiden kinder, die er laut dossier habe, angesprochen. und auf den umstand hingewiesen, dass aus seinen unterlagen (leider) nicht ersichtlich sei, dass und wie er sich an deren betreuung beteiligt habe.

amen.

leider musste das hübsche ringelmätzchen wieder nachhause. aber wir werden wohl bei der hiesigen musikschule anheuern, denn macito war sehr enttäuscht - auch wenn er professionell behauptete, es sei ihm egal.

tun mazo und karlimaz das da:

aber bitte nur noch selbst versorgend! die beiz ist (wie leider so viele an privilegierten aussichtspunkten) eine zumutung. für die nerven, fürs budget und auch für die kinder und damit wieder für die nerven,…

herr mazo wollte mit seinem fluggerät spielen und hatte für den notfall ein sandwich. macito, macitico und ich wollten in besagter beiz etwas essen. zunächst war es dem service zu viel, menukarten zu bringen. dann gingen unser nachbartisch und ich dazu über, uns die blaue liste selber beim buffet zu holen, was den kellner im hui dazu bewegte, uns diese wieder wegzureissen und wortlos durch gelbe (karten - merke erst jetzt den immanenten humor!) zu ersetzen. darin war dann alles ausschliesslich mit pommes. in der blauen gabs auch futter mit nüdeli oder kinderdinge. zwar wäre auch das eine diskussion mit macitico wert gewesen, da dieser sich hörnli in den kopf gesetzt hatte, aber äbe. irgendwie bekamen wir etwas zu trinken sowie einen gemüse- und einen pommesteller. schlimm wars nicht einmal und in emmentalischer üppigkeit. wenn wir wie normale leute in einer bedienten wirtschaft hätten zahlen wollen, wären wir noch nicht zuhause. habe deshalb wild entschlossen die kinder an der hand den weg ans buffet gewagt und erfolgreich bezahlt, nicht ohne mich genötigt zu fühlen, zu fragen, ob er uns wirklich vier kaffee gebracht habe (stand so auf der rechnung). nein aber der rest stimmt. ausrechnen wollte er zuerst nicht können. erst als ich offensichtlich konnte und zwar ohne aufrundung, quälte er sich zum gleichen resultat. die am nachbartisch rechneten selber aus, was sie ca. verputzt hatten und legten es auf den tisch - ich schätze, mit denen hat dieser freund einen schlechten gemacht.

aber die fliegerei war lustig und offenbar habe ich keine gravierenderen probleme, als auf aussichtspunkte selber etwas zum futtern mitzubringen, hm.

letzte woche war ich mit t. in rom. das hat er als ziel für unsere “konfreise” gewählt. würde jederzeit wieder gehen und wenn es nach macito geht schon bald; der ist beleidigt, dass ich nur mit dem gottenbub gefahren bin…

wir haben gesehen, was man so schaut, steinhaufen, pittoreskes, die metro a und b, den vatikan usw. usf.

am sonntag fuhr t. in eine andere gegend italiens zu seiner inzwischen dort eingetroffenen familie und ich fuhr nachhause. ich habe ja auch so ein ämpedrü-gerät und dazu konnte ich endlich mal kapuscinski-reportagen lesen. neben mir sass eine italienerin, die einen text (seminararbeit oder so) korrigierte. etwa in bologna war das gerät bei einem stück von queen marys beerdigung, das mir besonders gefällt. deshalb drehte ich lauter und merkte gleich, was geübte gerätleinnutzerinnen sowieso wissen - man hörts von draussen… die dame spendierte zu ihrem seitenblick ein schmunzeln und mir wars peinlich; schliesslich kann ich nicht mehr auf nachsicht wegen jugendlicher rebellion zählen, jedoch auch nicht tun, als ob zugeben dass ich die technik nicht unter kontrolle hätte. item, danach war die musik ohnehin zu ende und ich legte den apparat weg. bald darauf fragte es von links, ob ich deutsche sei (auf italienisch, ausnahmsweise - in rom könnens nur englisch mit blonden). ich erklärte, dass nein und dass ich den text trotzdem auf deutsch fast am besten verstehe. sie habe grad in diesem papier eben auch von kriegsberichterstattung gelesen, die arbeit handle von feministischen dingen und ob ich [ah, da] die autorin auch kenne. wieder einmal ärgere ich mich, dass ich nicht mehr über die grenzen lese, merke mir aber mindestens den namen. sie lässt es nicht dabei bewenden und erklärt weiter, wie die frau emcke scheints nur noch mittels briefen an familie und freunde habe schreiben können, was um sie herum vorgeht. das kommt hier bei kapuscinski auch, sagte ich und was tun die, wenn ihre arbeitgeber artikel verlangen? die signora wusste es auch nicht. sie müsse übrigens nach como, eine tante sei überraschend gestorben, der zug fahre 18.25. ach, meiner auch - aber obschon beide nach basel zielen, fuhr ich am ende via brig spiez und ihrer bellinzona etc.

am mailand hatte ich zwei dreierteams wyberreisen, die einen um die 70, lösten kreuzworträtsel (widerspruch mit 4 buchstaben, us-bundesstaat mit ebenfalls vier, tropische küstenpflanze mit m). die anderen, um die 45 haben kinder, die ausziehen (oder doch nicht), lassen sich scheiden, essen zuviele m&m und werden plötzlich sehr still (wir sind im cisalpino…).

aber diese frau emcke interessiert mich jetzt wirklich.

macht finderisch:

unlängst hat mich ein bettelbrief erreicht, der mir ratschläge fürs faul lesen (lies hören) macht. da zu meiner familie blinde gehören, habe ich mich überhaupt so weit aufs marketing eingelassen, um dies zu bemerken. andere hätten bloss das mitgelieferte bilderbuch der ggf. vorhandenen zuhörerschaft vorgetragen.

heute habe ich mir eine halbe stunde mit winnetou und “eigene dateien”-aufräumen vertrieben. nun gehts ganz bald ins bett, doch davor noch dies:

der-kleine-punkt

gefunden bei vorleser.net

Milchkonfitüre

das dulce de leche-töpfchen marke chimbote von gotte xirah ist zur neige gegangen. ungern erinnere ich mich an versuche, selber milchkonfitüre herzustellen, weil es erstens ewig dauert und zweitens: wehe der, die das natron zum falschen zeitpunkt oder in unangemessener menge beifügt. ziemlich amusiert und interessiert habe ich deshalb folgendes ausprobiert.

schritt eins: eine tube (oder büchse) kondensmilch wird im dampfkochtopf mit zwei fingerbreit wasser angesetzt. bei der tube wird der plasticdeckel entfernt, darunter ist ja eine blechfolie, oder?

schritt zwei: sobald ein ring zu sehen ist, wird die die hitze so reguliert, dass auf selbigem stand dreiviertelstunden durchgehalten wird. buch holen, küchenwecker stellen.

schritt 3: druck ablassen, die tube über nacht auskühlen lassen, deckel noch nicht aufsetzen.

schritt vier: mit dem dorn im plasticdeckel die tube öffnen und staunen. bonapp!

NB: wer keinen dampfkochtopf hat, muss die büchse mit wasser bedeckt 3 stunden kochen - aber noch das lohnt sich verglichen mit der mühe und dem abwasch, die sonst drohen.

junge menschen sind die, welche mehr freude an der zukunft haben als an der vergangenheit*. mit so einer habe ich gestern gespeist und ihr wohl zwischen zwei gabeln vom vorabend erzählt. geblieben ist davon die bitte, man möge dem wort “nächti” anstelle von geschterabe wieder seinen angemessenen platz einräumen. und wenn wir grad da sind bitte auch “färn” (für letschtjahr). wie wir darauf kamen? und weshalb ausgerechnet die angeblich junge danach fragt?

vornächti (auch das gibts) wurde ich in einem theaterfoyer zeugin und mitspielerin eines pössleins, in dem ein berner chansonier, seine begleitung und eine bardame wichtige rollen spielten. er erwarb etwas für zwei franken und verwickelte die bedienung in überlegungen zur korrekten verwendung von zwee, zwo und zwöi, und dass das sowieso niemand mehr könne. das zwöi hatte er dann aber sogleich selber am rücken, weil mazo und ich “es” auch können und damit an der bar fünf personen von total fünf. immerhin waren wir uns doch einig, dass uns jede falschverwendung, zwee froue, zum beispiel irgendwie irritiert. den chansonier im negativen, mich im eher gleichgültig-beobachtenden sinn. bleiben wir diplomatisch: ich beobachte mit interesse, wie menschen reden lernen und mit sprachen spielen. dass ich sprachen studiert habe, aber nicht lehrerin werden mochte, möge den rest erklären.

* Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft. (John Knittel)

thondose.JPG

macitico hat so feine hellblonde engelshäärlein, die in letzter zeit zum verheddern am hinterkopf neigen. manchmal kämmen wir unsere kinder, deshalb bekamen wir einen konflikt, er und ich. mein vorschlag zur güte lautete, ich könnte ihm ja wieder einmal die haare schneiden. erstaunlicherweise ging er darauf ein, aber ich vergass es wieder.

vorgestern waren alle etwas krank und deshalb gabs thunfischsalat. aus zunächst unerklärbaren gründen begann er sogleich über seinen haarschnitt zu reden, den wir doch vorhätten. einen zusammenhang konnte ich nicht sofort erkennen, beschwichtigte ihn aber, wir würden nun wirklich bald ans werk wollen.

- womit denn?

- mit der schere, schlug ich vor.

- nenei, mit dere thonbüchse mit de zaggeli vorne…

(wir verwenden für den dipl. kurzhaarschneider üblicherweise den französischen begriff)

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