Gehört


Milchkonfitüre

das dulce de leche-töpfchen marke chimbote von gotte xirah ist zur neige gegangen. ungern erinnere ich mich an versuche, selber milchkonfitüre herzustellen, weil es erstens ewig dauert und zweitens: wehe der, die das natron zum falschen zeitpunkt oder in unangemessener menge beifügt. ziemlich amusiert und interessiert habe ich deshalb folgendes ausprobiert.

schritt eins: eine tube (oder büchse) kondensmilch wird im dampfkochtopf mit zwei fingerbreit wasser angesetzt. bei der tube wird der plasticdeckel entfernt, darunter ist ja eine blechfolie, oder?

schritt zwei: sobald ein ring zu sehen ist, wird die die hitze so reguliert, dass auf selbigem stand dreiviertelstunden durchgehalten wird. buch holen, küchenwecker stellen.

schritt 3: druck ablassen, die tube über nacht auskühlen lassen, deckel noch nicht aufsetzen.

schritt vier: mit dem dorn im plasticdeckel die tube öffnen und staunen. bonapp!

NB: wer keinen dampfkochtopf hat, muss die büchse mit wasser bedeckt 3 stunden kochen – aber noch das lohnt sich verglichen mit der mühe und dem abwasch, die sonst drohen.

junge menschen sind die, welche mehr freude an der zukunft haben als an der vergangenheit*. mit so einer habe ich gestern gespeist und ihr wohl zwischen zwei gabeln vom vorabend erzählt. geblieben ist davon die bitte, man möge dem wort “nächti” anstelle von geschterabe wieder seinen angemessenen platz einräumen. und wenn wir grad da sind bitte auch “färn” (für letschtjahr). wie wir darauf kamen? und weshalb ausgerechnet die angeblich junge danach fragt?

vornächti (auch das gibts) wurde ich in einem theaterfoyer zeugin und mitspielerin eines pössleins, in dem ein berner chansonier, seine begleitung und eine bardame wichtige rollen spielten. er erwarb etwas für zwei franken und verwickelte die bedienung in überlegungen zur korrekten verwendung von zwee, zwo und zwöi, und dass das sowieso niemand mehr könne. das zwöi hatte er dann aber sogleich selber am rücken, weil mazo und ich “es” auch können und damit an der bar fünf personen von total fünf. immerhin waren wir uns doch einig, dass uns jede falschverwendung, zwee froue, zum beispiel irgendwie irritiert. den chansonier im negativen, mich im eher gleichgültig-beobachtenden sinn. bleiben wir diplomatisch: ich beobachte mit interesse, wie menschen reden lernen und mit sprachen spielen. dass ich sprachen studiert habe, aber nicht lehrerin werden mochte, möge den rest erklären.

* Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft. (John Knittel)

thondose.JPG

macitico hat so feine hellblonde engelshäärlein, die in letzter zeit zum verheddern am hinterkopf neigen. manchmal kämmen wir unsere kinder, deshalb bekamen wir einen konflikt, er und ich. mein vorschlag zur güte lautete, ich könnte ihm ja wieder einmal die haare schneiden. erstaunlicherweise ging er darauf ein, aber ich vergass es wieder.

vorgestern waren alle etwas krank und deshalb gabs thunfischsalat. aus zunächst unerklärbaren gründen begann er sogleich über seinen haarschnitt zu reden, den wir doch vorhätten. einen zusammenhang konnte ich nicht sofort erkennen, beschwichtigte ihn aber, wir würden nun wirklich bald ans werk wollen.

- womit denn?

- mit der schere, schlug ich vor.

- nenei, mit dere thonbüchse mit de zaggeli vorne…

(wir verwenden für den dipl. kurzhaarschneider üblicherweise den französischen begriff)

was ist das: knapp 200 nasen über dreissig diskutieren einen tag lang in workshops, auf podien oder konsumieren frontal?

jugendtagung” lautet das schlüsselwort. eine prominente podiumsteilnehmerin tat zum thema eine erfrischende aussage. nämlich, sie werde seit fünfzehn jahren zu solchen podien eingeladen, und sei noch immer die jüngste gewesen. sie fände es an der zeit, endlich mehr mit anstatt über jugendliche zu diskutieren.

amen

vorhin zufällig über das einzige berühmte werk eines wenig bekannten komponisten gestolpert. ich bin es also nicht, die (der?) dort in unprätentiösem rahmen spielt ;-) . zwar habe ich heute wieder einmal geübt, aber es geht zäh, schwerfällig und nach zwanzig minuten beginne ich zu sabbern. henu, immerhin bin ich noch in der lage, mich über das talent im winkel zu freuen.

zwar nicht mehr neu, aber immer noch bittere realsatire. besonders, wenn man die vertragsverhandlungen bedenkt, die seither von einer anderen partei auf dem buckel der einen wie des anderen protagonisten des obigen, und besonders auch von uns anderen geführt werden.

während ich eben im kinderzimmer die wäsche einsortierte, ging vorhin die sirene los, die richtige meine ich. die, die normalerweise nur am mittwochnachmittag halbzwei losgehen darf. am radio war dann zu vernehmen, dass die aare hoch sei etc. das kann ich bestätigen, weil ich zwischen 17 und 18 uhr mit macito eine runde stramm marschieren war und mir die massen da schon unheimlich vorkamen und der regen, der fiel zu unscheinbar und flüssig.

im heutigen bund wurde das geschehen mit folgenden euphemismen bzw. camouflagen vorhergesagt:

Die Schweiz liegt in den kommenden Tagen im Bereich einer wetteraktiven Luftmassengrenze ….

heute waren wir im grossen laden des orange-roten riesen, weil wir ein neues familienmitglied bekommen und nebst einem namen auch noch fressnäpfe u. ä. brauchen.

alles ist grosso modo gut gelaufen. es wurde quasi nicht gequengelt und auch die kasse war schon geschafft, als mich plötzlich ein bärtiger älterer herr mit seinem blick fixierte und in seinen bart hinein fragte, ob ich eine supercard hätte.

ehm, j-jaha, schon…

geben sie mir die schnell.

folgsam klaubte ich das objekt hervor und fragte, was er denn damit anstellen wolle.

er habe eben keine und kaufe da für etwa 300 franken ein; und eilte mit meiner karte zur kassierin.

zunächst begriff ich wirklich nicht, was das sollte. inzwischen habe ich verstanden, dass er mir 3 franken schenken wollte. er hatte eben auch diskret sein wollen, damit die matrone an der kasse nichts merkt. irgenwie rührend, auch dass er einen grossen teil des betrages in just das selbe katzenfutter investierte wie ich und im übrigen dem roten wein nicht abgeneigt zu sein scheint.

wenn euch das auch einmal passieren soll, müsst ihr einfach mit dem rucksack, ein paar kleinkindern und in gummistiefeln ein grosses einkaufszentrum aufsuchen – wahrscheinlich sah ich wirklich unterstützungswürdig aus…

heute wird im nationalrat das sprachengesetz beraten. was lange währt wird endlich – mindestens bis zur beratung im ständerat – gut. durch eine “unheilige” allianz der beiden parteien, die mindestens die buchstaben p und s für die abkürzung ihres namens brauchen, wurde im gesetz festgehalten, dass sich bund und kantone dafür einsetzen, dass als erste fremdsprache in der schule eine landessprache unterrichtet werden solle (und nicht wahlfreiheit, wie die edk letzten freitag ins harmos geschrieben hat).

ich weiss, dass dieser entscheid  spontan nicht bei allen, die hier mehr oder weniger mitlesen, auf gegenliebe stossen wird…

nichtsdestotrotz, lest die debatte (nr 04.029 pa. iv. levrat, in mehreren portionen am 20. juni 07)  sie ist wirklich hoch interessant. es wurden dort auch statements gemacht, die ich noch in der altersWG feiern werde. etwa heiner studer, der sich an einen zürcher erziehungsdirektor erinnert, der mit ungenügend entwickeltem demokratieverständnis arbeiten musste oder hans widmers antwort (fehlinvestitionen, ganz einfach!), der auf eine frage von nationalrat vischer, ob er denn glaube, widmers genossin und zürcher erziehungsdirektorin werde sich freuen, nachdem sie soo viel ins frühenglisch investiert habe.

grammatik ist für mich eben auch sprachengesetz, daher diese titelwahl.

und noch etwas zu den interessenbindungen: ich bin gelernte (gelehrte?!) romanistin, und bewohnerin eines zweisprachigen kantons.

i: blöde l.!

l: du tumme siech, das seit me nid!

i: blöde! (rennt)

l: mazo, är het mir blöde gseit!

mazo: ja, aber itz geisch ne nid ga houe, gäu!

l: (rennt zu i ) blöde i.!

i: (rennt zu mazo) dä het mi…

mazo: …itz machet wieder fride!

i: blöde!

l: blöde!

i: blöde, tuesch mir hingernacherenne?!

(beide rennen lachend)

ah und nebenbei, nein, es soll überhaupt nicht so aussehen, das bl… blog, da ist ein b-host im spiel. leider hat grad niemand fähiges freie ressourcen, um es zu reparieren. wir bleiben dran!

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