Lizamazo ist eine Angeberin – wie Sie alle… Im Übrigen würde sie gerne mehr lesen, mehr Musik hören und sonst tun, was kultivierte Menschen halt tun. Stattdessen verbringt sie die meiste Zeit mit Alltäglichem (im Büro für Fremde floskulieren, zuhause für Eigene kochen, etc.). Hier liegt kein kluges Konzept zu Grunde. Dass sie diese Fragmente öffentlich aufbewahrt, hat den Zweck, den larmoyanten Ton von Tagebuchnotizen leise(r) zu halten.

Lizamazo ist eine Langweilerin – das halbe Leben verbringt sie schon mit Herrn Mazo (spricht natürlich genauso für und gegen ihn). Trotzdem kennen die beiden seit rund fünf Jahren auch (interessante) Phasen, während denen beide abends nicht wissen, neben (zwischen?!) wem sie am folgenden Morgen in wessen Bett aufwachen werden.

Lizamazo ist eine Banause und sehr vergesslich – neulich konnte sie bei der Kinokaffeewerbung nicht einmal auf Anhieb den Namen dieses Herrn mit Wohnsitz am Comersee nennen. Oder die südamerikanischen Filme und Literatur. Schwach erinnert sie sich an ihre Abschlussarbeit an der Uni… Buenos Aires kam darin vor, auch Ernesto Sábato und Roberto Arlt dem Vernehmen nach. Die beiden Herren sind tot und die Stadt existiert nur in unseren Köpfen. Deshalb verdient Lizamazo jetzt ihre Brötchen als Zaungast der Politik, das ist krisensicher. Zudem sind Politiker und Politikerinnen auswechselbar und vergessen auch regelmässig, was sie sich vorgenommen hatten.

Lizamazo trotzt gern der Biedernis, dem Lindenblütenteeernst (Bierernst ist ja so ein Oxymoron!), dem Selbstmitleid und dem Tunnelblick (vgl. oben, sie beginnt sich zu wiederholen, wie narzisstisch, das alles…)